GOLD
Die Bilder zeigen sortenreinen Müll: weggeworfene Gebrauchsobjekte, bzw. Teile davon, und Material industrieller Überschußproduktionen.
Bei einigen Bildern habe ich eine Farbbearbeitung vorgenommen. Alle Motive sind ohne jegliche Montage. Im Resultat entstehen irritierend bizarre Gebilde mit gemäldeartiger Wirkung. Motive, die ich gespiegelt zusammengefügt habe, formen sich ihre Monstrositäten. Die vorgebliche Prächtigkeit erweist sich als eine Ästhetik der Lethargie – diese von mir dokumentierten, zu Weiterverwertungen vorgesehenen Mengen von Abfall, sind im Grunde eine lobenswerte Tat. Es sollten sich aber die weltweiten „Müllberge“ gar nicht erst anhäufen.




"Zufallskreationen
Was sind wir doch für Verschwender! „Müllcollagen“ nennt Kerstin Weichsel ihre schillernden Fotografien, die meist noch digital bearbeitet sind. Bei diesem Bild der „GOLD“-Serie wurde das Bild vertikal und horizontal gespiegelt. Müll, da denkt man automatisch an Benutztes und Verschmutztes. Dabei handelt es sich bei den Bergen von Staniol, Gummi oder Plastik, die die Künstlerin in aller Welt aufgenommen hat, um sogenannten sortenreinen Abfall – Verpackungen, die aus verschiedenen Gründen am Markt vorbei produziert wurden und sofort in der Recycling-Anlage gelandet sind. Das ist gut, weil sie wiederverwertet werden. Und gleichzeitig ein Unding, weil so viel Energie für ihre Herstellung verpufft ist. Im Titel von Weichsels Serie spiegelt sich dieser Zwiespalt: „GOLD“ zeigt die Schönheit des Überflüssigen und kritisiert zugleich unseren Umgang mit Ressourcen."
Zitat: Christiane Meixner "MEHR BERLIN", Tagesspiegel, 11.2.2017, Seite 29